Reize

reizeMenschen mit Rett-Syndrom haben Probleme mit der Reizfilterung.
Die auditive Wahrnehmung beispielsweise könnte vergleichbar sein mit der, die Menschen mit einem Hörgerät haben: Jedes Geräusch wird verstärkt.
Unbedeutende Reize werden nicht gefiltert und die Reizverarbeitung dadurch erschwert.
Zusätzlich behindern die Grobmotorik und Stereotypien der Hände (sowie Ataxie und Apraxie, Skoliose etc.) eine angemessene Aktion und Reaktion.

Angesichts dieser Unmenge von Reizen kann eine einfache Frage schon eine Überforderung sein, weil sie einen weiteren starken Reiz darstellt, der bewältigt sein will. Und ist die Motivation sehr groß, kann schon allein diese Tatsache zur Handlungsunfähigkeit führen.

Aber da gibt es einen kleinen Trick: Ein absichtslos-absichtsvolles Verhalten in der Kommunikation erleichtert ganz ungemein. Habe ich meinem Kind eine Frage gestellt und erwarte eine Reaktion, beschäftige ich mich mit einer anderen Sache. Ich fixiere beispielsweise einen beliebigen Gegenstand im Raum oder denke an irgendetwas Bestimmtes. Der Erwartungsdruck (starker Reiz) wird minimiert, die Reaktion erleichtert.

Und: üben, üben, üben! Denn so wird Wichtiges weniger wichtig. Schon abgespeicherte Handlungsvorgänge abzurufen ist natürlich leichter. Sie können besser nebenbei abgerufen werden.

 

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